Oktober bedeutet: Die Morgen werden dunkler, die Nachmittage kürzer, die Strassen nässer. Wer mit dem Velo pendelt, begegnet auf einmal gleich mehreren neuen Herausforderungen. Gleichzeitig ist genau dieser Übergang eine Gelegenheit, das eigene Setup zu überdenken – und mit etwas Vorbereitung auch in der nässeren Jahreszeit sicher und komfortabel anzukommen.
Dieser Guide geht die wichtigsten Punkte durch: Beleuchtung, Sichtbarkeit, Regenkleidung, Gefahren auf der Fahrbahn und ein kurzer Technik-Check für das Velo.

Beleuchtung: Sehen und gesehen werden
Im Oktober fällt auf, wie schnell die Abende kürzer werden. Wer morgens im Hellen lospädelt, kann abends im Dunkeln heimfahren – manchmal innerhalb derselben Woche. Gute Beleuchtung ist deshalb kein Luxus, sondern Pflicht.
Was ein gutes Licht ausmacht
Vorne weiss, hinten rot: Das sind die Farben, die vorgeschrieben und sinnvoll sind. Bei der Qualität gibt es grosse Unterschiede. Worauf es wirklich ankommt:
• Lichtverteilung: Ein gutes Frontlicht beleuchtet nicht nur einen Punkt, sondern streut das Licht breit auf die Fahrbahn.
• Akkulaufzeit: USB-ladbare Modelle sind deutlich komfortabler als Batterien – kurz täglich laden reicht meistens.
• Befestigung: Stabil und erschutterungsfest. Ein Licht, das beim ersten Schlagloch vom Lenker fällt, nützt nichts.
• Blendwirkung: Im Strassenverkehr sollte das Frontlicht nicht entgegenkommende Personen blenden. Viele Modelle haben einen Strassenmodus.
💡 Tipp: Wenn du ein Dynamo-Licht hast: Es funktioniert meist zuverlässiger als Akkumodelle – solange du fährst, hast du Licht.
Sichtbarkeit mit Reflexionsmaterial
Licht reicht alleine oft nicht. Reflexionsmaterial an Tasche, Jacke, Helm oder Schuhen sorgt dafür, dass Autofahrer dich auch dann wahrnehmen, wenn deren Scheinwerfer dich treffen. Reflexstreifen an den Knöcheln sind besonders wirkungsvoll, weil sie sich beim Pedalieren bewegen und die Aufmerksamkeit für das menschliche Auge stärker auf sich ziehen.

Trocken bleiben: Regenkleidung die wirklich funktioniert
Regenjacke
Nicht jede als „wasserdicht“ beworbene Jacke hält, was sie verspricht. Auf folgende Merkmale achten:
• Versiegelte Nähte („taped seams“): Wasser dringt sonst durch die Nahtstiche ein.
• Atmungsaktive Membran: Ohne sie schwitzt du von innen und bist genauso nass wie ohne Jacke.
• Helle Farbe oder Reflexstreifen: Mehr Sichtbarkeit im Strassenverkehr.
• Komprimierbar: Eine Jacke, die sich klein packen lässt, ist immer dabei – auch wenn der Morgen trocken beginnt.
💡 Tipp: Teste die Jacke zu Hause unter der Dusche, bevor du ihr im Regen vertraust.
Regenhose & Gamaschen
Wer nur die Oberjacke schützt, hat beim Eintreffen nasse Hosenbeine. Regenhosen oder Gamaschen (die über die Schuhe gezogen werden) sind besonders für Pendler wichtig, die nach der Ankunft nicht umziehen wollen.
Hände & Füsse
Nasse, kalte Hände verschlechtern nicht nur den Komfort, sondern auch die Kontrolle über Lenker und Bremsen. Wasserdichte Handschuhe sind ab etwa 10°C empfehlenswert. Für die Füsse helfen wasserdichte Schuhe oder Schuhüberzüge („Overshoes“) aus dem Rennvelo-Bereich, die auch für normale Schuhe erhältlich sind.

Gefahren auf der Herbstfahrbahn
Nasses Laub
Nasses Herbstlaub auf der Fahrbahn ist eine der häufig unterschätzten Gefahren. In Kurven, an Kreuzungen und auf Velowegen kann es so glatt sein wie Eis – und ist oft schwerer zu erkennen, weil es sich farblich kaum vom Belag abhebt.
• Vorausschauend fahren: Laub auf dem Weg früh erkennen und rechtzeitig bremsen.
• Kurven: Langsamer in die Kurve, möglichst aufrecht durch den Scheitelpunkt.
• Bremsen: Gleichmässig und rechtzeitig bremsen statt im letzten Moment.
Längerer Bremsweg bei Nässe
Auf nasser Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg. Das gilt sowohl für Felgenbremsen als auch für Scheibenbremsen – wobei Scheibenbremsen bei Nässe in der Regel etwas stabiler ansprechen. Mehr Abstand zum Vordermann halten und frühzeitig bremsen sind die wichtigsten Massnahmen.
💡 Tipp: Bremsbelag regelmässig prüfen: Verschlissene Beläge bremsen bei Nässe deutlich schlechter.
Technik-Check für den Herbst
Bevor die schlechte Jahreszeit richtig beginnt, lohnen sich fünf Minuten für einen kurzen Velo-Check:
• Bremsen: Bremsbelag auf Verschleiss prüfen. Bei Felgenbremsen zusätzlich die Felgenflanke, bei Scheibenbremsen die Scheibenstärke.
• Reifen: Ausreichend Profil vorhanden? Ein etwas niedrigerer Luftdruck als üblich erhöht die Aufstandsfläche und verbessert den Grip im Nassen.
• Kette: Bei häufigem Regen häufiger reinigen und mit einem für Nass-Bedingungen geeigneten Öl schmieren.
• Schutzbleche: Wer noch keine hat, sollte jetzt daran denken. Sie schützen nicht nur dich, sondern auch Mitfahrende vor Spritzwasser.
• Licht: Akkustand prüfen, Halterung auf festen Sitz kontrollieren.
Profi-Tipp: Viele Velowerkstätten bieten einen Herbst-Service an. Lohnt sich für Bremseinstellung, Kabelzug und Schaltung.
Fazit: Das richtige Geschenk kennt die Person
Fazit: Herbst-Pendeln ist machbar – mit Vorbereitung
Die meisten Gründe, bei Regen nicht Velo zu fahren, lassen sich mit der richtigen Ausrüstung auflösen. Wer einmal eine gute Regenjacke, funktionierende Beleuchtung und etwas angepasste Fahrweise hat, merkt schnell: Der Herbst auf dem Velo hat seinen eigenen Reiz.
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Quellen: Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu – Velosicherheit im Strassenverkehr (bfu.ch); Bundesamt für Strassen ASTRA – Beleuchtungsvorschriften für Fahrräder (astra.admin.ch); Touring Club Schweiz TCS – Velo-Sicherheitstipps (tcs.ch)