Bis 2031 soll in Zürich ein durchgehendes Netz von Velovorzugsrouten stehen – so sieht es die städtische Velostrategie 2023 unter dem Motto «mit dem Velo sicher und einfach durch Zürich» vor. Wir haben bei der Stadtverwaltung nachgefragt, wie ambitioniert dieses Ziel wirklich ist, wo der grösste Platzkonflikt liegt und wie politisch die Debatte rund um den 2Rad-Verkehr tatsächlich geführt wird. Die Antworten im Interview.

Velomarkt: Wie hat sich das Budget für die Sicherheit im 2Rad Verkehr in Ihrer Stadt in den letzten 5 Jahren entwickelt
Stadt Zürich: Frage wird in einem zweiten Schritt beantwortet, ich melde mich nochmals.
Velomarkt: Wie gross sind die Bestrebungen, den 2Rad Verkehr mit dem motorisierten Verkehr (Privatverkehr, Fahrzeuge, Lastwagen) in Einklang zu bringen
Stadt Zürich: Sehr gross. Der Fokus liegt jedoch in der Förderung des Umweltverbundes (Fuss, Velo, ÖV)) das Anteil des motorisierten Individualverkehrs soll in der Stadt Zürich in Zukunft weiter abnehmen.
Velomarkt: Wo wollen Sie mit Ihrer Stadt in Bezug auf den 2Rad-Verkehr in 5 Jahren sein
Stadt Zürich: In der städtischen Velostrategie 2023 sind unter der Vision «mit dem Velo sicher und einfach durch Zürich» drei Stossrichtungen definiert: Erstens soll in Zürich ein durchgehendes, sicheres und sichtbares Netz von Velorouten entstehen, wobei der Fokus auf den Velovorzugsrouten liegt. Als zweite Stossrichtung soll mittels angepasster Geschwindigkeiten eine positive Velokultur sowie ein Verkehrsklima der gegenseitigen Rücksichtnahme etabliert werden. In der dritten Stossrichtung, der sogenannten «Integralen Planung», ist der gesamtheitliche, noch stärker koordinierte Ansatz der Veloförderung in allen Planungsstufen verankert.
Konkret soll bis im 2031 das Netz der Velovorzugsrouten realisiert sein.
Velomarkt: Welches sind die grössten Herausforderungen bei der Stadt (Verkehrs-) Planung in Bezug auf den 2Rad Verkehr
Stadt Zürich: Platz. An den Strassenraum werden diverse Ansprüche gestellt. à Aufenthaltsqualität, Hitzeminderung, Fussverkehr, Veloverkehr, öffentlicher Verkehr, Anlieferung und Abfuhrwesen, Blaulichtorganisationen und am Schluss noch der verbleibende motorisierte Individualverkehr. All diese Ansprüche bei knappem Platz unter einen Hut zu bringen ist die grösste Herausforderung
Für den Kanton Zürich: Die Stadt Zürich hat den politischen Auftrag den umweltfreundlichen Verkehr zu fördern, der Kanton Zürich möchte auf den Kantonsstrassen einen störungsfreien, fliessenden motorisierten Individualverkehr ermöglichen. Dies beisst sich mit der Strategie und den Zielen der Stadt Zürich.
Velomarkt: wie hoch ist die Debatte um die 2Rad-Thematik politisch gefärbt, anders gefragt, stellen Sie die Praktikabilität der Massnahmen in Bezug auf ALLE Verkehrsteilnehmer über die politischen Ansichten der aktuellen Regierung
Stadt Zürich: Die Debatte um die Velo-Thematik ist logischerweise politisch gefärbt. In unserer Demokratie entscheidet die Mehrheit. In der Stadt Zürich hat die Stimmbevölkerung, wie auch das Stadtparlament und die Stadtregierung in diversen Abstimmungen in den vergangenen Jahren pro Veloförderung entschieden. Die Stadtverwaltung hat den Auftrag politische Entscheide und Vorgaben umzusetzen.