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Nach dem Volks-Ja: Basel plant 40 Kilometer neue Velorouten

Im Mai 2025 hat die Basler Stimmbevölkerung den Gegenvorschlag zur Initiative «Sichere Velorouten» angenommen – seit Januar 2026 ist die entsprechende Gesetzesanpassung in Kraft. Der Kanton muss nun innert zehn Jahren mindestens 40 Kilometer Velovorzugsrouten sowie bis 2042 zusätzliche Haupt- und Nebenverbindungen realisieren. Im Interview erklärt die Stadt, wie sich das neue Veloroutennetz mit anderen Ansprüchen an den knappen Strassenraum verträgt – von Entsiegelung über Baumpflanzungen bis zum Ausbau der Fernwärme – und warum die politische Rückendeckung durch mehrere Volksabstimmungen so stark ist.

Velomarkt: Wie hat sich das Budget für die Sicherheit im 2Rad Verkehr in Ihrer Stadt in den letzten 5 Jahren entwickelt?

Stadt Basel: Für die Planung und Umsetzung im Bereich der Verkehrssicherheit und dem Ausbau der Infrastruktur stehen verschiedene Geldtöpfe zur Verfügung. Diese Fördermittel ergeben sich einerseits aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes und andererseits werden vom Parlament in Basel entsprechende Investitionen zweckgebunden gesprochen. Die Entwicklung der letzten Jahre ist sehr erfreulich, insbesondere mit dem Veloweggesetz des Bundes und der kantonalen Initiative Sichere Velorouten in Basel resp. dem Gegenvorschlag ist eine neue Dynamik spürbar. 

Für kleinere Fuss- und Veloverkehrsmassnahmen (< 300’000 Franken) stehen jährlich rund 2.3 Mio. Franken zur Verfügung

Für mittelgrosse Fuss- und Veloverkehrsmassnahmen (300’000 – 1.5 Mio. Franken) steht eine Rahmenausgabenbewilligung Langsamverkehr von rund 34 Mio. Franken zur Verfügung. 

Grössere Fuss- und Veloverkehrsmassnahmen (> 1.5 Mio. Franken) unterliegen den regulären Beschlusskompetenzen der Regierung bzw. Grossen Rat.

Velomarkt:  Wie gross sind die Bestrebungen, den 2Rad Verkehr mit dem motorisierten Verkehr (Privatverkehr, Fahrzeuge, Lastwagen) in Einklang zu bringen?


Stadt Basel: Das kantonale Umweltschutzgesetz §13 Abs 2 lit. C besagt «Der Kanton und die Gemeinden Bettingen und Riehen sorgen dafür, dass umweltfreundliche Verkehrsmittel und Fortbewegungsarten bevorzugt behandelt werden». Zudem sehen die Klimaschutzstrategie und Mobilitätsstrategie eine Reduktion des motorisieren Individualverkehrs vor.

Velomarkt:  wo wollen Sie mit Ihrer Stadt in Bezug auf den 2Rad-Verkehr in 5 Jahren sein?

Stadt Basel: Im Mai 2025 hat die Basler Stimmbevölkerung den Gegenvorschlag zur Initiative für «Sichere Velorouten» angenommen. Dieser fordert, dass der Kanton innert zehn Jahren mindestens 40 Kilometer Velovorzugsrouten sowie zusätzlich Haupt- und Nebenverbindungen bis 2042 schafft. Die hierfür nötigen Anpassungen im Umweltschutzgesetz sind seit dem 1. Januar 2026 in Kraft. Diesen Volkswillen nimmt der Kanton ernst und baut die Veloverkehrsinfrastruktur entsprechend aus.

Velomarkt: Welches sind die grössten Herausforderungen bei der Stadt (Verkehrs-) Planung in Bezug auf den 2Rad Verkehr?

Stadt Basel: Im städtischen beengten Raum sind viele Nutzungsansprüche gegeneinander abzuwägen, insbesondere Entsiegelung, Baumstandorte, Verkehrssicherheit, Hindernisfreiheit, Bus- und Tramnetzentwicklung sowie Fernwärmeausbau. Bei der Erarbeitung des Veloroutennetzs wurde die Hierarchisierung vollständig überarbeitet. In einem aufwändigen Prozess wurde die Länge des Veloroutennetzes auf diejenigen Abschnitte reduziert, in denen das Veloroutennetz priorisiert durchgeführt werden soll. Ziel der umfassenden Überarbeitung ist es entsprechend, die Priorisierung der teilweise konkurrierenden Ansprüche an den Strassenraum (Entsiegelung, Baumpflanzungen, Verkehrssicherheit, Fernwärmeausbau etc.) gezielter zu berücksichtigen und zugleich die Umsetzung eines kohärenten Veloroutennetzes zu beschleunigen.

Velomarkt: Wie hoch ist die Debatte um die 2Rad-Thematik politisch gefärbt, anders gefragt, stellen Sie die Praktikabilität der Massnahmen in Bezug auf ALLE Verkehrsteilnehmer über die politischen Ansichten der aktuellen Regierung?

Stadt Basel: Die Veloverkehrsförderung ist sowohl politisch als auch durch mehrere Volksabstimmungen im Kanton Basel-Stadt gewollt. Die Politik setzt die Rahmenbedingungen und die Planung prüft die Machbarkeit unter diesen Rahmenbedingungen, um alltagstaugliche Lösungen umzusetzen.