Baschi der Schweizer Mundartmusiker ist auch ein passionierter Velofahrer. Kurz vor der Veröffentlichung seines neuen Albums am 7. August haben wir ihn zum «2Rad-Austausch» getroffen. Wir haben über Velofahren, über seine Musik, übers Vater sein und über Gott und die Welt gesprochen. Dabei stand eines immer im Vordergrund: Baschi ist Baschi. Ehrlich, gerade, authentisch. Alles, was er macht, macht er mit Passion und überall dort, wo Baschi draufsteht, ist auch Baschi drin. Natürlich ist da sein neues Album «Bürgin», das am 7. August Release feiert, es ist sein 10. Studioalbum. Einige Songs daraus werden schon im Radio gespielt. Und das Album wird es auch auf Vinyl geben. «Es wird ein absolutes Liebhaberding» verspricht Baschi. Ein Album sei eine Geschichte, Baschi ist ein klassischer Albumkünstler. Und seine Geschichte findet sich auf dem Album wieder. So heisst einer der Songs «Neus Läbe», folgerichtig, denn Baschi ist kürzlich Vater geworden. Er sagt von sich, dass seine Story «Vater sein» sei. Denn ein Album sei auch immer eine Momentaufnahme im Leben des Künstlers. Die Texte sind also alle autobiografisch. «Ich spiele keine Rolle, ich bin authentisch» meint der Musiker, der seit nunmehr 20 Jahren sehr erfolgreich Musik macht. Er hat viel erlebt dabei, früher hat er bis zu 50’000 Alben verkauft. In sehr kurzer Zeit, in wenigen Jahren ist die Musikindustrie von der CD auf digital umgestiegen. Eine echte Herausforderung. Was geblieben ist: er ist nicht nur ein authentischer Künstler, sondern auch ein leidenschaftlicher Musiker. So wird er im Oktober auch auf eine grosse Clubtour durch die Schweiz gehen (Infos auf baschi.com).
Aber nun wohl zum Wichtigsten: Baschi ist kürzlich Vater geworden: «Vater sein ist etwas, das ich nicht kannte, die Ungewissheit aber auch die Vorfreude vor der Geburt war gross. Ich habe in dieser kurzen Zeit seit mein Sohn auf der Welt ist gemerkt, wie ich an ihm gewachsen bin, mein Leben hat sich total verändert, Lennon steht nun im absoluten Mittelpunkt. Vater sein bedeutet für mich auch eine grosse Demut gegenüber dem Leben».
Velomarkt: Was verbindet Dich mit Deinem Velo, gibt es interessante Geschichten und Erlebnisse?
Baschi: Ich bin sicher, das Rennvelo ist wieder im Trend! Das «Rennvelo-Fieber» hat mich 2018 gepackt, ich wurde damals angefragt, ob ich als Botschafter für die Laureus-Stiftung in dessen Rennrad-Team mitfahren würde. Ich habe, ganz ohne jegliche Erfahrung auf dem Renner zugesagt und mich erstmal ein ¾ Jahr auf dieses «Tortur»-Rennen vorbereitet. Im 3er Team sind wir sagenhafte 560 Kilometer geradelt. Ein alter Freund von mir hat mich damals ausgerüstet und mir den ersten Einblick in diesen Sport vermittelt. Ich habe damals gelernt: Velofahren ist eine Kopfsache, man muss den inneren «Sauhund» überwinden können. Martin Wittwer, der Präsident der Stiftung ist damals auch mitgefahren (er allerdings als passionierter Rennvelofahrer) und hat mir ein schönes Kompliment gemacht: Ich hätte grosse mentale Stärke bewiesen. Es war wie eine Offenbarung für mich. Seit damals bin ich dem Rennvelo treu geblieben.

Velomarkt: Bist Du überzeugter, regelmässiger Velofahrer oder ein Gelegenheitsfahrer?
Baschi: Ich bin überzeugter Rennvelofahrer. Ich liebe es, mich selbst herauszufordern. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig. Im Moment komme ich zwar nicht allzu oft aufs Rad, mein neues Album und meine neue Aufgabe als Vater nehmen viel Platz ein.
Velomarkt: Fährst Du ein Ebike oder ein normales Velo, rsp. was denkst Du über den Diskurs zwischen den Ebike – Fahrern und den «normalen» Velofahrern?
Baschi: Ich fahre ein normales Rennrad. Die Ebikes sind eine neue Dimension. Sie haben auch den Strassenverkehr verändert: durch ihre enorme Geschwindigkeit mit einer erhöhten Unfallgefahr. Ich würde nie EBike fahren, kann aber gut nachvollziehen, dass andere Ebike fahren. Wichtig scheint mir, dass alle Rücksicht aufeinander nehmen und sich bewusst sind, dass sie den Verkehr gemeinsam teilen und bestreiten.
Velomarkt: Wie lange fährst Du schon Velo und was denkst Du, bis in welches Alter wirst Du Velo fahren?
Baschi: Velofahren ist wunderschön, man kann sich selbst herausfordern, selber Routen festlegen, man kann mit Freunden fahren. Kurz: Velo = good Vibes! Ich finde es darüber hinaus auch ein spannender Sport, ich gucke oft Velorennen, ich kenne Veloprofis persönlich und ich glaube sagen zu können, dass ich mich im Velorennsport recht gut auskenne. Velofahren ist Faszination pur. Das wird noch eine ganz lange Zeit so bleiben.
VM: Was hälst Du vom Velo als politisches Thema?
Baschi: Relativ einfach: Leben und Leben lassen. Wir sind eine offene Gesellschaft, der Velofahrer wird nicht diskriminiert, fürs Velo wird überall viel gemacht, Velowege, Velorouten, Autofreie Zonen, Pro-Velo Organisationen ohne Ende. Ich denke oft, dass es eigentlich die Autofahrer sind, die schikaniert werden. Ich finde am Velo schön, dass es meine Gesundheit fördert und ich damit die Umwelt nicht belaste. Ich fahre übrigens auch ein Elektro-Auto (Ford Mustang Mach E).